Michael Danner Projects

SIGHT-_SEEING, 2010
[PDF]

These photographs are the result of a workshop by 7 photographers, curator Dr. Wolfgang Scheppe and Tyrol tourist board. My work investigates the alpine valley of Ötztal in the Austrian state of Tyrol. The exhibition catalogue SIGHT-_SEEING, Places and Perspectives of Interest features all the commissions work by Michael Danner, Dominik Gigler, Monika Höfler, Verena Kathrein, Jörg Koopmann, Andrew Phelps and Matthias Ziegler and essays by Gero Günther, Walter Klier and Wolfgang Scheppe.

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SIGHT-_SEEING, 2010
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These photographs are the result of a workshop by 7 photographers, curator Dr. Wolfgang Scheppe and Tyrol tourist board. My work investigates the alpine valley of Ötztal in the Austrian state of Tyrol. The exhibition catalogue SIGHT-_SEEING, Places and Perspectives of Interest features all the commissions work by Michael Danner, Dominik Gigler, Monika Höfler, Verena Kathrein, Jörg Koopmann, Andrew Phelps and Matthias Ziegler and essays by Gero Günther, Walter Klier and Wolfgang Scheppe.

 

Die Krise des Naturschönen im Bild

Jeder touristische Sehnsuchtsort verdoppelt sich in sein vorgefertigtes Wunschbild. Es wird entweder mitgebracht – als manifeste ikonische Erwartung, die nur mehr tautologisch erfüllt sein will – , oder es geht unmittelbar in ihn ein, als Aussichtspunkt, als Postkarte, als „typische“ Architektur, als inszenierter Versuch, das Land der vorab gehabten Vorstellung einer Fremdsicht, auf die man sich ökonomisch bezieht, entsprechen zu lassen. Dieses Zirkels halber erstarren die Territorien des touristischen Geschäfts in ahistorischen Fiktionalisierungen. Sie begleiten als Schein von Besonderheit die Verwandlung von Landstrichen und Städten in austauschbare Plätze der Globalisierung, deren Infrastrukturen die immer gleichen des Geschäfts sind.

Die Verselbstständigung einer Folie der Repräsentation, die sich vor allem als visuelle konstituiert, vernichtet das kopierte Original ebenso, wie es den Begriff des Originals, des Authentischen erst hervorbringt.

Sight-Seeing und Sehenswürdigkeit sind Termini, die mit der Reproduktion und der Mediatisierung des Bildes in die Welt kamen. Man kann an ihnen den Zusammenhang von Fotografie, Massenmedien und dem touristischen Sehen ablesen. Sie besagen den Zirkel des Sehens, der in der Perspektive des Touristen liegt, den am Sehnsuchtsort das Bedürfnis nach einem Wiedererkennen oder gar nur einer Wiederholung seiner vorausgesetzten bildhaften Erwartungen treibt.

Die vorliegende Bildsuche begann mit einer Reflektion auf die gesellschaftliche Praxis der Fotografie und der Etablierung einer besonderen Arbeitssituation, in der sie allen äußerlichen Interessen und vorurteilenden Sichtweisen entzogen war.

Erst ein von persuasiven Absichten freies Bildwissen kann ein Verlangen nach der Fremde wecken, das der Überprüfung durch den sinnlichen Kontakt standhält.

Dr. Wolfgang Scheppe